Das Festival der jungen Talente! 2012 – Simulation, Adaption, Illusion und Pose

Das Festival der jungen Talente! 2012 – Simulation, Adaption, Illusion und Pose

Mit Arbeiten von María Fernández-Aragón, Tilmann Aumüller, Bianca Baldi, Mathias Bär, Sulamith Bereiter, Philipp Bergmann, Elisa Caldana, Lena Ditlmann, Gal Fefferman, Timothy Furey, Gregor Glogowski, Benedikt Grubel, Seung Hee, Vytautas Jurevicius, Theresa Kampmeier, Arne Salasse, Margarethe Kollmer, Nadine Eleni Kolodziey, Lutz Krietenbrink, Tom Król, Tonio Kröner, Philipp Krüger, Veit Laurent Kurz, Melanie Matthieu, Carolin Millner, Robert Müller, Jonathan Penca, Manuel Roßner, Rushy Rush, Anja Sauer, Daniel Schauf, Ruth Schmidt, Matthias Schönijahn, Jan Philipp Stange, Nele Stuhler, Martin Tanšek, Jol Thomson u.a.

Vom 27.-30.9.2012 wird auf dem Campus Bockenheim Das Festival der jungen Talente! stattfinden. Präsentiert werden über zwanzig Performances, Installationen, Malerei und Fotografie von Studierenden der bildenden Kunst, des Kommunikationsdesigns, des Tanzes, der Komposition, der Regie, der Theaterwissenschaft und der Dramaturgie. Bespielt werden die Foyers des ehemaligen Hauptgebäudes der Goethe-Universität auf dem Campus Bockenheim (Jügelhaus), das Hörsaalgebäude und der Labsaal (die ehemalige Mensa der Universität) sowie ein Ausstellungsraum des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt am Main. Mit seiner spartenübergreifenden Konzeption und der Idee der Vernetzung zwischen Ausbildung und künstlerischer Praxis ist Das Festival der jungen Talente! auch eine vielversprechende Möglichkeit, auf das Potenzial des geplanten Kulturcampus in Frankfurt hinzuweisen.

Der Titel Das Festival der jungen Talente! Simulation, Adaption, Illusion und Pose wird in diesem Jahr der Ausgangspunkt für die studentischen Projekte sein. In welchem Verhältnis steht eine solche Leistungsschau für junge Kunst zu einer Gesellschaft, die von jedem einzelnen tagtäglich bestmögliche Performance, Kreativität und Selbstdarstellung verlangt? Wie kann man sich als Künstler dazu verhalten? Simulation, Adaption, Illusion und Pose sind Begriffe, die mit einem Übermaß an Inszenierung, Künstlichkeit und Realitätsfremdheit in Verbindung gebracht werden, die aber Alltag und Politik in einer mediatisierten Welt längst zu bestimmen scheinen. Können sie, als künstlerische Mittel ein-gesetzt, auch Momente der Freiheit gegenüber gesellschaftlichen Erwartungshaltungen ermöglichen?

Erstmalig wurde in diesem Jahr mit Anja Nathan-Dorn eine Kuratorin für das Festival berufen, die sich als ehemalige Co-Direktorin des Kölnischen Kunstvereins einen Namen für ein innovatives Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm gemacht hat, das zahlreiche interdisziplinäre Kooperationen beinhaltete. Gemeinsam mit den Künstlern hat sie das Festival in einem Seminar inhaltlich vorbereitet. Nun präsentieren die Studierenden Arbeiten wie die Videoinstallation Margarethe Kollmers (Hochschule für Gestaltung Offenbach), die einen jungen Mann zeigt, der durch eine Landschaft wandert. Es ist weder zu erkennen, woher er kommt, noch wohin er unterwegs ist. Mit der Zeit wird deutlich, dass das Ordnungsprinzip seiner Bewegungen keine Erzählung, sondern die Rahmung des Kamerabildes selbst ist. Philipp Bergmann und Matthias Schönijahn (Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Gießen) entwickeln eine Installation in einem Ausstellungsraum des Senckenberg Museums, bei der Strategien des akustischen und visuellen Wahrnehmens gegenübergestellt werden. Es geht um die Frage nach der Objekthaftigkeit von Sound und der Unstetigkeit des Objektes.

Das Festival der jungen Talente!, das seit 2000 zweijährig an unterschiedlichen Orten in Frankfurt und Offenbach stattfindet, ist eine Kooperation der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt am Main, des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Hochschule für Gestaltung Offenbach, der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste - Städelschule Frankfurt, der Hessischen Theaterakademie und erstmalig des Masterstudiengangs Dramaturgie der Goethe-Universität, Frankfurt am Main. Das Festival wird getragen durch den Verein für Kunstförderung Rhein-Main e.V. unter Vorsitz der Initiatorin des Festivals, Grete Steiner, und legt den Schwerpunkt auf die Produktion spartenübergreifender und kooperativer Projekte durch die Studierenden der verschiedenen Hochschulen.